image

    Johann bezeichnet sich als "Chief Tailwind Officer" und sieht Rückenwind für Kollegen, Teams und das Unternehmen als seine oberste Aufgabe. Er mag tatsächlich seine Arbeit mit den Kollegen sehr und ist dankbar dafür, mit ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.

    Warum heißt Mayflower eigentlich Mayflower?

    Ein kleiner Ausflug in die Geschichte

    Klar, die Firma ist nach dem Schiff benannt. Und zwar nach dem Schiff, das der Legende nach die ersten Siedler auf den neuen Kontinent gebracht hat. Dass damit leider auch ein dunkles Kapitel im Zusammenhang mit der indigenen Bevölkerung aufgeschlagen wurde, hatten wir, zugegeben, in unserer anfänglichen Euphorie übersehen.

    Aber warum heißt die Firma nun so?

    Die Siedler auf der Mayflower sind ins Unbekannte aufgebrochen. Faktisch wusste man, dass da ein neuer Kontinent ist, größer als Europa, mit Eingeborenen, mit Legenden von sagenhaften Goldschätzen. Die Welt hatte sich geändert, sie war um einen Kontinent reicher geworden, und dort galten die alten Regeln nicht mehr. Es würde nichts mehr so sein wie vorher, aber es gab dort viel zu gewinnen. Für die Siedler war es eine Reise ins Unbekannte, und man würde erst dort angekommen herausfinden wie es weitergeht.

    Das Internet

    Das Internet sah 1997 ähnlich aus. Es gab noch wenig funktionierenden E-Commerce, auch Amazon wurde erst 1995 gegründet und war noch nicht in Deutschland angekommen. Aber man konnte spüren, dass die alten Regeln nicht mehr galten. Auf einmal konnte man 24x7 mit Unternehmen kommunizieren, sich on demand informieren, auch am Wochenende bestellen. Man fand auf einmal heraus, dass es auch Hersteller in anderen Ländern gab, die preiswerter produzieren konnten. Geschäfte hatten nicht länger nur von 9 bis 18 Uhr geöffnet, und man musste auch nicht zu ihnen fahren, um etwas einkaufen zu können. Für die Unternehmen war es eine Reise ins Unbekannte, und man würde erst dort angekommen herausfinden wie es weitergeht.

    Also haben wir uns Mayflower genannt, damals noch "Mayflower Marketing", weil es die digitale Transformation, bei der heute praktisch kein Geschäftsprozess vom Internet unberührt bleibt, noch nicht gab. Wir wollten die sein, die die Siedler dorthin bringen.

    Open Source

    Der nächste neue Kontinent hieß Open Source. Am Anfang war Open Source eine seltsame Pflanze, die in amerikanischen Universitäten gedieh und der niemand jemals unterstellte für Firmen relevant sein zu können. Wie denn auch? Wie sollte man an Software, die kostenlos ist, Geld verdienen? Konnte man als Unternehmen auf etwas setzen, bei dem kein Hersteller helfen konnte, wenn mal etwas nicht funktionierte? Wie sollte etwas jemals groß werden, bei dem nur Freiwillige in der Freizeit ohne Bezahlung Zeit investierten?

    Diese Frage wurde dann vom Internet beantwortet. Die Leute verwendeten Open Source, weil es schlicht verfügbar war. Der erste Browser, Mosaic, war quelloffen. Der erste Webserver, der Cern HTTP, war quelloffen. Der Apache war Open Source, und er lief auf Linux, ebenfalls Open Source. Die Applikationen wurden in Perl oder PHP geschrieben, und schrieben Ihre Daten in die MySQL. Alles Open Source. Eine dieser Apache-PHP-MySQL-Applikationen war Wikipedia. Auf einmal löste ein Lexikon, das nur von Freiwilligen in der Freizeit ohne Bezahlung geschrieben wurde, über Jahrhunderte etablierte Standardwerke ab.

    Und wir haben die Siedler wieder an Bord genommen und auf den neuen Kontinent transportiert. Mit Rechtsanwälten in Unternehmen -- und der Hilfe von Till Jäger und anderen bekannten Open-Source-Anwälten -- gestritten und gewonnen.

    Agil

    Am Anfang haben wir entwickelt wie alle anderen auch: Lastenheft, Spezifikation, Programmierung, Tests und Abnahme. Es gibt einen CTO, der das Techset definiert, einen Teamleiter, einen Senior der das Design macht. Und Entwickler die es umsetzen, und nach einigen Monaten wird gelaunched.

    Irgendwann plante man immer weniger -- weil es ging. Wenn sich etwas änderte, dann änderte man es eben. Das ging schnell und kostete nichts. Wenn man etwas übersehen hatte, besserte man es kurz nach. Man redete mit dem Kunden, fand eine gute Lösung, und passte sie kurzerhand an. Es gab immer weniger Planung und immer mehr Dinge, die man eben erst dann ansprach, wenn man sie brauchte.

    Und nicht nur wir -- auf der ganzen Welt stellte man ungeheuerliche Dinge fest: Man lieferte zuverlässiger, wenn man weniger im Vorfeld plante. Wer einmal in der Woche die Software ohne Qualitätssicherungsphase auslieferte, hatte die bessere Qualität. Das Team war besser organisiert, wenn es von niemanden organisiert wurde, sondern sich selbst organisieren musste. Es sparte Zeit, wenn es keinen Senior gab, der steuerte. Und zwei Entwickler, die an einem Rechner gemeinsam arbeiteten, waren in Summe drei mal so schnell wie ein einzelner Entwickler.

    Unglaublich und seltsam, aber es deckte sich mit unseren Erfahrungen, also nahmen wir Kurs auf den agilen Kontinent. Und hatten wieder mit Fachabteilungen zu kämpfen, die die verblüffenden Effekte agiler Entwicklung nicht verstanden, und konnten trotzdem meistens zeigen, dass man so schneller an das Ziel kam. Dass der beste Prozess der ist, den das Team während seiner Arbeit findet. Dass ein guter Scrum Master und ein guter PO deutlich mehr Beitrag zur Performance des Teams leisten, als ein oder zwei Entwickler mehr.

    Agile Organisation

    Agil hat inzwischen nicht nur uns, sondern auch viele andere überzeugt. Es stellt heute den Mainstream im Development. Aber es hat etwas seltsames jenseits vom Development angestellt. Wenn ich alle zwei Wochen oder häufiger releasen konnte, warum hatte ich dann trotzdem nur jedes Quartal einen Release? Weil Operations das nicht konnte. Also wurde DevOps in Kultur und Methoden geschaffen, bei dem man gemeinsam einen Stream von Features herstellt, und die klassische Release-getriebene Produktentwicklung ablöste.

    Und nachdem der Ausgang schnell war kam es zum Sog am Eingang -- wo bleiben die Features? Und, sind es überhaupt die richtigen? Lean Startup, User Stories, Design Thinking begannen Product Development umzudrehen, dazu kam UX, und alles gemeinsam, kooperativ und gleichzeitig. Nach und nach fielen die Silos und die kleinen Königreiche, und jeder konnte nur noch Erfolg haben, wenn er mit den anderen zusammenarbeitete.

    Gemeinsame Ziele und Kooperation, statt lokaler Optimierung. Lokales Management wird obsolet, denn die Teams organisieren sich selbst und koordinieren sich mit den anderen Teams, Management kann hier höchstens noch bremsen. Die Frage "Was ist meine Position?" wird durch die Frage "Von welcher Rolle denkt dass Team, dass ich den größten Nutzen in ihr generiere?" ersetzt. Die Vorgesetzten werden zu Dienstleistern für die Teams, haben Probleme zu beseitigen, on demand Support und Unterstützung aus der Firma heraus zu liefern.

    Hier ist die Mayflower noch nicht angekommen, aber der Kurs ist gesetzt und wir bewegen uns schnell. Intrinsify schätzt uns, Coaches bei it-agile nennen uns mit einem Augenzwinkern das "gelobte Land", und wir haben die ersten Siedler an Bord, die verstehen, dass gute, dynamische und nachhaltige IT auch eine andere Organisation braucht.

    Und warum heißt Ihr jetzt Mayflower?

    Wenn da ein neuer Kontinent entdeckt wird bringen wir Leute dahin. Wir machen es nicht wirklich mit Absicht, aber es passiert uns regelmäßig. Deshalb ist "Mayflower" vermutlich kein ganz schlechter Name.

    Wenn Sie die Seite weiterhin nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. Weitere Informationen

    The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

    Close